Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Das Projekt an der LVR-Förderschule Linnich stellt sich vor

Seit einigen Jahren findet an der Förderschule in Linnich regelmäßig tiergestützte Arbeit durch unseren Verein statt.Der Förderschwerpunkt der Schule ist die körperliche und motorische Entwicklung der Kinder. Die Schülerinnen und Schüler werden entsprechend der individuellen Voraussetzungen nach den Bildungsgängen für die Förderschwerpunkte „Geistige Entwicklung und Lernen“ sowie der Grund- bzw. Hauptschule unterrichtet. Die unterschiedlichen Bildungsgänge werden in gemeinsamen Klassen unterrichtet. Die Klassenstärke liegt bei 8 bis 14 Kindern.Die Kinder haben unterschiedliche Einschränkungen und Entwicklungsstörungen, zum Teil sind auch schwerstmehrfachbehinderte Schülerinnen und Schüler dabei.

Im Schulhalbjahr 2014/2015 engagieren sich an der Schule folgende Hunde:

  • Lili(Bildquelle: Anne Gatzen)
  • Pauline(Bildquelle: Anne Gatzen)
  • Kalle(Bildquelle: Anne Gatzen)
  • Ulf(Bildquelle: Anne Gatzen)
  • Sina(Bildquelle: Anne Gatzen)
  • Bella(Bildquelle: Anne Gatzen)

Das Projekt läuft 14-tägig: eine Woche wird aktiv mit den Hunden gearbeitet, in der anderen Woche erfolgt die Nachbereitung durch den Lehrer (z.B. Collagen machen, Bilder zu Hundeberufen ausschneiden, Körperteile des Hundes sortieren uvm).

In der aktiven Phase lernen die Kinder sich im Umgang mit den Hunden an Regeln zu halten. Sie üben Kommandos, lernen die Tiere gut zu versorgen (Wassernapf, Leckerchen, Ruhepausen), üben Erste Hilfe am Hund, machen Spaziergänge und zum Ende des Schuljahres machen sie einen „Hundeführerschein“.
Jedes Kind erhält dann eine Urkunde mit Erinnerungsfoto.

(Bildquelle der obigen Bilder: Anne Gatzen)

Wichtig ist dabei, dass zusätzlich zur Gruppenarbeit auch eine ca. 20minütige 1:1 Betreuung mit den Kindern stattfindet, in der sie mit den Hunden Übungen machen und sich uns öffnen können.
Diese Phase ist besonders wichtig, da in der 1:1 Betreuung Erlebnisse aufgearbeitet, Konzentration und Selbstbewusstsein gestärkt werden. Hat ein Kind zuerst Angst vor Hunden, erstaunt
es uns immer wieder, wie schnell diese Angst im regelmäßigen Umgang mit dem Tier überbrückt wird.

Stellv. Schulleiter Constantin Mertens: „Ich freue mich immer, wenn die Gruppe montags in unsere Einrichtung kommt. Mir ist es wichtig, dass die Kinder in den Genuss der tiergestützten Arbeit kommen. Sogar bei einer schwerstmehrfachbehinderten Schülerin konnte durch regelmäßige Stimulierung auf basaler Ebene* ein absoluter Entspannungszustand erreicht werden. Hier danke ich vor allem den Hunden für ihre ruhige und ausgeglichene Art, mit den Kindern umzugehen und sich unvoreingenommen auf sie einzustellen.“

(*Pädagogisches Konzept zur Aktivierung der Wahrnehmungsbereiche und Anregung einer non-verbalen Mitteilungsmöglichkeit, z.B. wurde Mädchen durch den engen Körperkontakt zum Hund durch dessen regelmäßige Atemzüge in die Entspannung gebracht)

Unsere Tiere haben für die Kinder eine wunderbare Botschaft: sie werden gemocht, egal wie sie aussehen, sich bewegen oder artikulieren. „ Unsere Schüler fühlen sich von „ihren“ Hunden wahrgenommen, angenommen und gebraucht“, erklärt Mertens. „Die Hunde fördern im Schulalltag die Kooperations-, Kommunikations- und Kompromissfähigkeit der Schülerinnen und Schüler und somit die soziale Interaktion in der Gruppe.“
Emotionale Stabilität, Steigerung des Antriebs, Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit, Verbesserung der Sprache, Ausdauer, Stärkung des Selbstbewusstseins, Rücksicht nehmen und einen sorgsamen Umgang mit einem anderen Lebewesen lernen sind die Ziele unseres Projektes.
Mertens: „Der Kontakt zu einem Tier kann das Selbstwertgefühl steigern und stabilisierend und stärkend auf die Entwicklung der Kinder wirken.“

Natürlich hat jedes der Kinder einen eigenen Förderschwerpunkt. Aber der Hundekontakt bewirkt unglaubliches bei den Kindern. Und wir merken dabei immer wieder:
Unsere Tiere sind Brückenbauer, sie öffnen Seelen!

© 2005-2018 Tiere als therapeutische Begleiter e. V. - Letzte Änderung am 01.09.2018.